hairfree – Das Magazin für alle Fans streichelweicher Haut

Weniger ist mehr, ließe sich das Thema unserer Zeit auf den Punkt bringen. Was heuer für Haare am Körper gilt, ist längst ein allgemeingültiges Mantra. In allen Ecken und Winkeln unseres Lebens wird inzwischen gespart, heruntergefahren, rationalisiert. Da ließe sich gut vom Film lernen, denn da war das schon immer so. Drehbücher reduzieren die Welt stets auf das Wesentliche. Mann trifft Frau, man hat ein Problem, löst es, Happy End. In „Navy CIS“ zum Beispiel, der TV-Krimiserie, treten deshalb nicht jede Menge vielschichtige Charaktere auf, wie sie an jeder Straßenecke lungern. Stattdes- sen hat sie von jeder Klischeeausgabe Mann eine. Der strenge Vater (Gibbs als militärische Silberlocke), der Softie und Frauenversteher (Tim, ein tollpatschi- ger Tech-Freak), das Faktotum (Gerichtsmediziner Mallard, der, egal, was es ist, schon einmal zu viel gesehen hat). Und nicht zu vergessen: der Casanova mit einem entschlossenen Hang zur Selbstüber- schätzung (Tony, der Name ist Programm). Meist halten sich Story und Kamera in Tonys Nähe auf und lassen alle anderen Figuren um den Schürzenjäger herum agieren. Besonders die Frauen. Neulich surfte ich so durch meinen TV-Abend und geriet in eine Mordsache, die irgendwo in einem Nationalpark spielte. NCIS-Ermittler Tony hatte die Fährte einer feschen Försterin aufgenommen, was den nötigen roten Faden durch die Teamdialoge zog. Plötzlich stiefelte besagte Waldfee in sommerlicher Ranger- uniform (kurzärmeliges Kakihemd, Bermudas) durch das CIS-Hauptquartier zu Tonys Schreibtisch, und über Sätze wie „Glauben Sie wirklich, ein Serien- mörder?“ und „Wir haben Indizien, dass er sich in Ih- rem Gebiet gut auskennen muss“ warfen die beiden einander ihre Vielsagerblicke zu. Bis seine Schlawinermimik ins Stolpern kam. Und eine Großaufnahme ihrer Achsel keinen Zweifel daran ließ, was Tonys Gefühle unter den Gefrierpunkt fallen ließ: Genau wie auf ihren halbhoch bestiefelten Unter- schenkeln, auf die Tonys Blick als Nächstes zuckte, wuchs dort, was man sonst nur noch von Bikinifotos aus den Siebzigern kennt. Und ich fühlte mich an je- nen Tag vor 30 Jahren erinnert, als mein südamerika- nischer Millionär mich für meine Vorgängerin verließ. Das ist jetzt ein arger Szenenwechsel – aber so ist das mit Gedankensprüngen. Um es kurz zu machen: Wir fuhren Ski in Courchevel, ich war müde, er wollte mich frisch rasiert. Ich sagte: „Hallo, es ist Winter, mich sieht doch keiner“. Aber er sah mich. Und zwar mit Tony- Augen. Nach 30 Jahren Schweigen ist er seit Kurzem mein Facebook-Freund. Er schickte ein Foto, inklu- sive Karibik, Konkurrentin – und Badehosenbauch. Was soll ich sagen: Weniger wäre mehr gewesen. ©iStockphoto.com/Tomacco 34 www.hairfree.eu Mit hairfree wäre das nicht passiert: WIe Man beIM FernSeHen In SeIne vergangenHeIT PUrZeLn Und FrÖHLICH WIeder ZUrüCKKOMMen Kann text: alke Von kruszynski

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